Forschungsstelle für biographische Religionsforschung
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Empirisches Forschungsprojekt (beendet 1998)

Wege der Entzauberung

Prof. Heinz Streib, Ph.D./ Emory Univ. und
Dr. Albrecht Schöll, Comenius-Institut, Münster

haben das vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg finanzierte und an der Universität Bielefeld als Drittmittelprojekt verankerte und im Forschungsverbund mit dem Comenius-Institut, Münster durchgeführte Projekt, "Wege der Entzauberung. Fallanalysen okkultfaszinierter Jugendlicher" Ende 1998 abgeschlossen. Es wurden Interviewanalysen zur Okkultfaszination Jugendlicher vorgelegt, die über die lebensgeschichtlichen Bezüge und Verläufe des Okkultengagements von Jugendlichen (Schwerpunktalter: 13 bis 20) in der Breite der von Jugendlichen derzeit bevorzugten okkulten Praktiken und Orientierungen Aufschluß geben.

Das Projektdesign orientierte sich an qualitativen Methoden biographisch-rekonstruktiver Sozialforschung (Schütze; Oevermann). Es basiert auf einer Gesamtzahl von 29 geführten narrativen Interviews. Daraus wurden für die Interpretation und Ausarbeitung von Fallanalysen 15 Interviews kontrastiv ausgewählt, die unter besonderer Berücksichtigung der Lebensthemen, der den Jugendlichen zu Verfügung stehenden Spielräumen für Handlungsalternativen und Bewältigungsstrategien sowie des Verhältnisses von Religiosität und Okkultfaszination interpretiert wurden und tiefgehende Einsicht in die Spannung zwischen lebensthematischer Verunsicherung auf der einen und Entwicklungen zur Bewältigung und Transformation auf der anderen Seite ermöglichen.

Das Prinzip der maximalen Kontrastierung hatte eine Typologie zum Ergebnis, die die Klassifizierungen (a) der magischen und religiösen Ritualisierungen, (b) der Okkultfaszination Jugendlicher, sowie (c) der Stile des Zugangs und Umgangs mit Magie (vgl. Streib 1996) zugleich bestätigt und weiterentwickelt: Die Fälle verteilen sich auf "Okkultpraxis als spielerisch-experimentelle Test-Praxis" (Typ 1) und "Okkultfaszination als tatsächliche Praxis der Inklusion oder Exklusion unter lebensthematischer Dominanz" (Typ 2), zwischen denen ein dritter Typus sich herausgebildet hat, das "Okkultpraktizieren als ambivalente Praxis und verunsichertes biographisches Durchgangsstadium".

Die Ergebnisse und zahlreiche Fallstudien sind veröffentlicht in:

STREIB, Heinz & SCHÖLL, Albrecht . (2000). Wege der Entzauberung. Jugendliche Sinnsuche und Okkultfaszination - Kontexte und Analysen, Münster: Lit-Verlag.

Eine knappe Zusammenfassung der Forschungsergebnisse ist publiziert in:

STREIB, Heinz . (1999). "Off-Road Religion? A Narrative Approach to Fundamentalist and Occult Orientations of Adolescents", in: Journal of Adolescence 22: 255-267.

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