Forschungsstelle für biographische Religionsforschung
Inter-religiöses Lernen


Startseite

Einleitung

Forschungs- projekte
Dekonversion
Kinderzeichnungen I
Kinderzeichnungen II
Inter-religiöses Lernen
Adoleszente Melancholie
Türkische Immigranten
Fundamentalismus
Rechtsextremismus
Okkultfaszination
Moralische Identität

Internat. Partner

Mitarbeiter

Manual Download



Forschungsprojekt

Fremdheit als Faktor in interreligiösen Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Lernprozessen bei Schülerinnen und Schülern der Primarstufe

Das Ziel des Projekts ist es, den Faktor Fremdheit bei der Wahrnehmung religiöser Differenz und bei der Kommunikation über religiöse Differenz genauer zu untersuchen. Dokumentiert und analysiert werden Unterrichtsstunden in der Primarstufe, die die mit einem Unterrichtsmaterial eröffnet werden, das in der englischen Religionsdidaktik entwickelt wurde, um Impluse für interreligiöse Wahrnehmungs- und Lernprozesse zu setzen und unter dem Namen "Gift-to-the-Child" bekannt geworden ist (siehe Literaturangaben). Das Design dieser Unterrichtsforschung sieht vor: erstens die jeweilige Unterrichtsstunde, die mit dem Gift-to-the-Child-Material eröffnet wird, mit der Kamera aufzuzeichnen, um eine sorfältige Analyse der Reaktionsmuster der Kinder und der Dialoge zwischen Lehrperson und SchülerInnen sowie zwischen den SchülerInnen untereinander zu ermöglichen; zweitens werden in einer unmittelbar an den Unterricht anschließenden Untersuchungsphase durch das Verfahren des "nachträglichen lauten Denkens" (Simulated Recall) Gefühle und Gedanken der SchülerInnen dokumentiert, die während des Unterrichts nicht geäußert wurden.

In der Pilotphase des Projekts wurden drei Unterrichts-Szenen dokumentiert. Mit großzügiger Unterstützung des Audiovisuellen Zentrums der Universität Bielefeld und von Dr. Walter Blohm sind drei live mitgeschnittene Unterrichtsaufnahmen gelungen. Daran anschließend wurden jeweils einige Simulated Recall-Interviews mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Die Pilot-Aufnahmen und deren Auswertung ermöglichen einen ersten Einblick in die Rolle und Bedeutung von Fremdheit in der Arbeit mit dem Gift-to-the-Child-Material und dem dadurch eröffneten Unterricht.

Erste Ergebnisse sind im Veröffentlichungsprozess ("Strangeness in Inter-Religious Classroom Communication: Research on the 'Gift-to-the-Child' Material", in: Bates, Dennis, Durka, Gloria & Schweitzer, Friedrich (Eds.): Religion, Reconciliation and Inclusion in a Pluralistic World. Essays in Religious Education and Practical Theology in Honour of John M. Hull, erscheint 2004).

Geplant ist eine Ausweitung dieser Untersuchung in zwei Richtungen: erstens sollen diese Kommunikationsprozesse im Klassenzimmer in einer größeren, für eine Typologie hinreichenden Fallzahl untersucht werden, zweitens sollen Partner in anderen europäischen Ländern gesucht werden, um diese Prozesse kulturvergleichend zu analysieren.


Literaturangaben:

Grimmitt, Michael, Grove, Julie, Hull, John M. & Spencer, Louis. (1991). A Gift to the Child: Religious Education in the Primary School (Teacher's Source Book), London: Simon & Schuster

Hull, John M. (1996). "A Gift to the Child: A New Pedagogy For Teaching Religion To Young Children", in: Religious Education 91: 172-190

Hull, John M. (2000). "Religion in the Service of the Child Project: The Gift Approach to Religious Education", in: Grimmitt, Michael (Ed.): Pedagogies of Religious education. Case Studies in Research and Development of Good Pedagogic Practice in RE, Essex: McCrimmons, 112-129.

© 2004 Universität Bielefeld - Kontakt - Extranet