Forschungsstelle für biographische Religionsforschung
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Dissertationsvorhaben von Manuela Wiedmaier

Wie sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen-Feinanalysen filmisch dokumentierter religiöser Malprozesse und Dialoge

Betreuung:
Prof. Heinz Streib, Ph.D. / Emory Univ.
Prof. Dr. Klaus-Ove Kahrmann

Ausgangspunkt der Studie ist die Frage nach geschlechtsspezifischen Unterschieden beim Malen eines Bildes von bzw. über Gott von Mädchen und Jungen im Grundschulalter. Die gewählte Methode, Kinder Bilder von ihrer Vorstellung von Gott malen zu lassen, um sich ihrem Gottesbild und ihren religiösen Vorstellungen und Fragen empirisch annähern zu können, ist bereits in mehreren Studien angewandt worden. Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts stehen jedoch nicht die Gottes-Bilder als Produkte, sondern ihre mit einer Videokamera dokumentierten Entstehungsprozesse. Dadurch kommen die Entstehungsdynamik der Bilder in den Blick und ein Großteil der prozeduralen Reflexionen der malenden Kinder, die bei einer nur auf fertige Bilder bezogenen Auswertung außen vor bleiben. Detail für Detail wird (sequenzanalytisch) die Entstehung der Bilder mit allen Veränderungen, Brüchen und Neuanfängen analysiert. Von besonderem Interesse ist die Interaktion der Mädchen und Jungen. Das Bearbeiten und Aneignen jeweils assoziierter Fragmente religiöser Wissensbestände unterschiedlichster Herkunft, von religiösen Fragen und Erfahrungen der Kinder geschieht nicht isoliert, sondern im aufeinander Bezug nehmen. Dies kann auf unterschiedlichste Weise stattfinden, in einem breiten Feld zwischen Konkurrenz und Inspiration, zwischen Zusammenarbeit und Streit. Vor dem Hintergrund neuerer Theorien zur Selbstsozialisation in Peergroups soll der Malprozess hinsichtlich seiner Funktion als gemeinsamer Bildungsprozess von befreundeten Mädchen und Jungen analysiert werden.

Jeweils zwei Mädchen bzw. zwei Jungen trafen sich mit der teilnehmend beobachtenden Forscherin zum Malen und wurden bei dem zweiten Treffen um ein Bild zum Thema "Wie ich mir Gott vorstelle" gebeten. Derzeitiger Stand der Feldforschung: 25 Aufnahmen. Die miteinander malenden Zweiergruppen waren jeweils geschlechtshomogen. Es waren "natürliche Gruppen", die sich regelmäßig außerhalb der Schule trafen und sich zum Zeitpunkt der Maltermine als Freundinnen bzw. Freunde bezeichneten. Die Treffen der Kinder waren freiwillig und fanden während ihrer Freizeit statt.

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